Arthrose

Veröffentlicht am 22. September 2023

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung weltweit und kann jedes Gelenk betreffen. Sie ist eine schmerzhafte Erkrankung, die die Zerstörung des Gelenkknorpels zur Folge hat und die Funktion der Gelenke beeinträchtigt. Umgangssprachlich wird Arthrose auch als Gelenkverschleiß bezeichnet. Die Bezeichnung „Verschleiß“ führt aber ein wenig in die Irre, weil sie uns glauben lassen kann, dass man die Gelenke schonen muss, um einer Arthrose vorzubeugen. Warum das Gegenteil der Fall ist und was du vorbeugend, als auch bei einer bestehenden Erkrankung tun kannst, zeige ich dir in diesem Beitrag.

Mögliche Risikofaktoren und Entstehung von Arthrose

Die Frage nach der Entstehung kann ich dir besser erklären, wenn wir uns den Gelenkaufbau anschauen. Da viele Gelenke diesen Aufbau haben und das Kniegelenk häufig von Arthrose betroffen ist, beschränke ich mich auf dieses Gelenk. An einem Gelenk sind mindestens zwei Knochen beteiligt und es ist von einer Kapsel umschlossen.

Gelenkknorpel: Der Gelenkknorpel ist das „Kernstück“ eines gesunden Gelenks. Er bietet uns glatte und reibungsarme Oberflächen. Da er nicht über Blutgefäße versorgt wird, benötigt er für die Nährstoffzufuhr die innere Schicht der Gelenkkapsel (Synovialhaut).

Die Synovialhaut (Gelenkinnenhaut): Sie kleidet fast das gesamte Gelenk aus und bildet die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit). Alle dazu benötigten Substanzen holt sie aus unserem Blut.

Die Synovialflüssigkeit (Gelenkflüssigkeit): Die Synovialflüssigkeit sorgt für die Gelenkschmierung und für den Nähstoffwechsel. Wie bereits erwähnt, ist der Knorpel nicht durchblutet und benötigt zum Nährstoffaustausch die Synovialflüssigkeit. Sie übergibt Nährstoffe aus dem Blut an den Gelenkknorpel und nimmt Endprodukte des Stoffwechsels aus der Knorpelzelle auf, um sie zum Abtransport in das Blut zurückzugeben. Diesen Austausch kannst du dir wie einen Schwamm vorstellen. Wird der Schwamm zusammengedrückt, läuft die „schmutzige“ Flüssigkeit heraus und die Abfallstoffe
treten aus und können entsorgt werden. Wird er wieder entlastet, kann er frische Flüssigkeit aufsaugen. Das Zusammendrücken und die Entlastung erfolgen bei den Gelenken durch Bewegung. Auf diese Weise gelingt eine gute Versorgung des Gelenkknorpels.

Gut zu wissen: Ausreichend Bewegung führt zu einer
höheren Produktion von Nährstoffen für den Gelenkknorpel. Knorpelzellen können nur wachsen, wenn bestimmte Bedingungen im Stoffwechsel und ein ausreichend hoher Druck durch Bewegung vorliegen. An dieser Stelle wird klar, dass mangelnde Bewegung die Entstehung von Arthrose eher fördert, anstatt sie zu verhindern.

Mögliche Symptome

Solltest du schon länger Gelenkschmerzen haben, musst du unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser kann eine endgültige und fundierte Diagnose stellen. Gelenkschmerzen können viele Ursachen haben. Im Folgenden zeige ich dir typische Symptome, die mit einer Arthrose einhergehen können, aber nicht müssen!

Beginnende vs. fortgeschrittene Arthrose

Kann sich beschädigter Gelenkknorpel regenerieren?

Sowohl im Internet als auch in aktueller Fachliteratur habe ich immer wieder gelesen, dass sich beschädigter Gelenkknorpel nicht mehr regenerieren kann. Die Knorpelregeneration ist in den meisten Fällen jedoch möglich. Einige Knorpelabnutzungen haben sich allerdings so lange entwickelt, dass sie sich wahrscheinlich nicht mehr regenerieren können.

Prinzipiell lässt sich festhalten: Knorpelgewebe ist nur begrenzt fähig zur Selbstreparatur und heilt i.d.R. nicht von allein. Wenn wir aber passende Voraussetzungen schaffen, ist es möglich, dass sich der Knorpel regeneriert.

Dein/e behandelnde/r Ärztin/Arzt ist und bleibt der Experte für deine Erkrankung!
Dennoch gibt es eine Menge, die du ganz selbstständig unterstützend tun kannst, um optimale Voraussetzungen für die Gelenke bzw. Knorpelregeneration zu schaffen. Dies gilt nicht nur für bereits erkrankte Menschen, sondern auch für alle, die sich der Tatsache bewusst geworden sind, dass Arthrose jeden treffen kann.

Dein Arthrose-Guide zur Selbsthilfe: Optimale Unterstützung für die Knorpelregeneration

Mein Arthrose-Guide umfasst vier Bereiche: Ernährung, Bewegung, Nahrungsergänzung und Psyche. Da es ein wenig Zeit und Kraft braucht, neue Gewohnheiten zu etablieren, empfehle ich dir folgendes: Wähle einen Bereich aus, mit dessen Umsetzung du dich am wohlsten fühlst und mit dem du am liebsten beginnen möchtest.

Beispiel:Der Gedanke, dich mit mehr Bewegung auseinanderzusetzen, bereitet dir ein ungutes Gefühl? Dann beginne doch erst einmal mit dem Bereich Ernährung. Sie hat ohnehin den größten Effekt auf unsere Gesundheit.
Bevor du dich für einen Bereich entscheidest, bitte ich dich, den folgenden Text zuerst vollständig durchzulesen.

Ernährung

Wie du unter dem Punkt „Risikofaktoren“ schon gesehen hast, ist die Ernährung ein Aspekt, den wir selbst beeinflussen können. Gerade bei Arthrose müssen wir schauen, dass wir uns möglichst entzündungshemmend und nährstoffreich ernähren. Eine grobe Faustregel hierbei könnte lauten: Iss möglichst frisch und unverarbeitet, überwiegend pflanzlich und nicht zu viel (aber auch nicht zu wenig!).

1) Eine gesunde Darmflora aufbauen

Unsere Gelenke benötigen Nährstoffe, um reibungslos (im wahrsten Sinne des Wortes) funktionieren zu können. Ob die Gelenknährstoffe dort ankommen, wo sie benötigt werden, hängt unter anderem vom Zustand deines Verdauungstraktes ab. Nur wenn der Darm gesund ist, können die benötigten Nährstoffe ausreichend verwertet werden. Ein gesunder Darm stellt sicher, dass Knochen, Muskeln und Knorpel von den Nährstoffen profitieren können, die wir über die Nahrung aufnehmen. Ist die Funktion unseres Darms gestört, gelangen zu wenige Baustoffe und Entzündungshemmer in die Zellen. Die Gelenke „hungern“, obwohl eigentlich ausreichend Baustoffe zur Verfügung stehen (Vgl. Blogbeitrag „Verdauungssystem – Darmgesundheit“).

2) Nahrungsmittelcheck

Eine entzündungshemmende Ernährung beinhaltet, dass auf entzündungsfördernde Lebensmittel verzichtet werden muss.

3) Ernährungspyramide

Was die Verzehrmenge der unterschiedlichen Kategorien angeht, kannst du dich an meiner angepassten Ernährungspyramide orientieren. Die Pyramide besteht aus verschiedenen Ebenen, denen bestimmte Lebensmittelgruppen zugeordnet sind. Die Größe der Ebene zeigt an, wie groß der Anteil der jeweiligen Lebensmittelgruppe an der Gesamternährung sein sollte. Je größer die Fläche, desto mehr sollte man von dieser Lebensmittelgruppe zu sich nehmen.

Bewegung

Wenn die Gelenke schmerzen, ist es verständlich, dass du Bewegung vermeiden willst. Wie du aber jetzt weißt, ist das Ruhigstellen der Gelenke nicht förderlich, da Bewegungsmangel den Knorpelabbau beschleunigt. Keine Sorge, du musst nicht mit Hochleistungssport beginnen, um Arthrose vorzubeugen oder entgegenzuwirken. Ich habe einige Beispiele für Sportarten herausgesucht, die du ausüben kannst, da sie gelenkschonend sind. Außerdem habe ich Sportarten aufgelistet, die du eher meiden solltest, da sie die Gelenke belasten. Höre bei der Auswahl deiner Bewegungsart immer auf deinen Körper.

Psyche

Dass unsere Psyche einen großen Einfluss auf unser körperliches Wohlbefinden und auf die Entstehung von Krankheiten hat, hast du bestimmt schon einmal gehört. Es klingt so einfach und ist gleichzeitig die größte Herausforderung: Du musst dafür sorgen, dass du dich wohlfühlst. Stress, egal in welchem Bereich, haben wir alle. Schwierig wird es, wenn sich dauerhafter Stress in unser Leben schleicht. Genau wie bei den Gelenken, sind kurze Phasen der Überlastung unproblematisch. Dauerhafte Belastungen hingegen werden sich früher oder später bemerkbar machen. Also gilt es, Stress zu vermeiden. Da das nicht immer funktioniert, haben wir die Möglichkeit, regelmäßige Auszeiten einzuplanen und unsere Ressourcen zu stärken. Was ist damit gemeint? Ich beziehe mich an dieser Stelle auf ein Modell aus der Gesundheitsförderung: Das Modell der Salutogenese. In diesem Modell steht die Frage nach der Entstehung von Gesundheit im Mittelpunkt. Damit ist nicht nur das Vermeiden von Krankheiten gemeint. Es wird davon ausgegangen, dass die Gesundheit von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst wird. Dieses Modell beruht auf Befunden der Stressforschung und besteht aus drei verschiedenen Elementen. Eines dieser Elemente sind unsere Stressoren und Widerstandsressourcen. Die Ressourcen, die ein Mensch als „Widerstand“ gegenüber Belastungen hat, entscheiden darüber, ob unser Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigt werden oder nicht. Je mehr dieser Ressourcen wir haben und je besser diese ausgebaut sind, desto eher können wir unseren Stressbelastungen begegnen und bleiben gesund.

Nahrungsergänzung

Warum ist es sinnvoll die Nahrung bei Arthrose zu ergänzen?

Durch zunehmend nährstoffarme Böden enthalten Lebensmittel immer weniger Nährstoffe. Ein stressiger Alltag, Schlafmangel, Umweltschadstoffe und Medikamente (z.B. die Anti-Baby-Pille) können dir wichtige Mikronährstoffe rauben. Erschwerend kommt hinzu, dass Antibiotika und Medikamente immer öfter zum Einsatz kommen. Auch durch lange Liefer- und Lagerzeiten verlieren Lebensmittel an Nährstoffen.

Ein gesunder Lifestyle tut deinem gesamten Organismus gut. Die oben genannten Maßnahmen kannst du ohne Bedenken als Ergänzung zu deiner Therapie ergreifen und ich hoffe, dass es dir bald besser geht.



Deine Marie 😊


Quellen

Quellen und Studien zu Lebensmitteln/Nahrungsergänzung

1 Response
  1. […] Die genauen Ursachen einer rheumatoiden Arthritis konnten bis heute nicht eindeutig geklärt werden. Gesichert scheint, dass Autoimmunprozesse beteiligt sind. Das Immunsystem erkennt fälschlicherweise körpereigenes Gewebe als Fremdkörper und bekämpftes. Fehlgesteuerte Immunzellen gelangen in die Gelenke und verursachen dort Entzündungen. Diese Entzündungen zerstören langfristig die Gelenke und haben eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung zur Folge. In einem gesunden Gelenk sind die Knochen durch den Gelenkknorpel geschützt. Bei einer rheumatoiden Arthritis greift die Entzündung der Innenhaut auf unseren Knorpel bzw. Knochen über (mehr Infos über den Gelenkaufbau siehe Blogbeitrag Arthrose). […]